Echte digitale Barrierefreiheit bedeutet mehr als das Erfüllen gesetzlicher Anforderungen – es geht darum, eine echte Beziehung zum Publikum aufzubauen. Accessibility-Overlays und Einheitslösungen reichen nicht aus. Wir empfehlen unseren Kund:innen, Barrierefreiheit als Haltung zu verstehen, nicht als Checkliste. Mit durchdachten Details und menschenzentriertem Design lassen sich Verbesserungen schaffen, die neuen wie langjährigen Besucher:innen zugutekommen.

Wie Kunstorganisationen dabei vorangehen können – darum geht es im Folgenden.

Barrierefreie Aufführungen sichtbar machen

Immer mehr Kulturorganisationen bieten Entspannte Aufführungen, Gebärdensprach-Dolmetschung und Audiodeskription an – und schaffen damit einladendere Räume für ein vielfältiges Publikum. Diese Angebote online leicht auffindbar zu machen ist genauso wichtig wie sie anzubieten.

Entspannte Aufführungen beim Toronto Symphony Orchestra

Das Toronto Symphony Orchestra (TSO) bietet eine eigene Reihe entspannter Aufführungen für neurodivergentes Publikum an. Diese Veranstaltungen schaffen eine Umgebung, in der Besucher:innen sich bewegen, Geräusche machen oder bei Bedarf einen ruhigen Raum aufsuchen können. Das TSO stellt außerdem beschreibende Besuchsführer bereit, damit das Publikum genau weiß, was es erwartet – und mögliche Unsicherheiten abbaut.

Was das TSO auszeichnet, ist die Mühelosigkeit, mit der Besucher:innen an diese Informationen gelangen. Die Seite zu den Entspannten Aufführungen ist prominent in der globalen Navigation verlinkt und bietet eine klare Übersicht der Angebote sowie einen Scroll-Bereich mit bevorstehenden Aufführungen, die direkt buchbar sind.

Auch auf der Kalenderseite sind entspannte Aufführungen hervorgehoben – Besucher:innen können gezielt danach filtern. Auf den einzelnen Konzertseiten finden sich ebenfalls klare Verlinkungen zur entsprechenden Seite, sodass die relevanten Informationen überall leicht zu finden sind.

Barrierefreiheit im Saalplan

Viele Länder schreiben vor, dass rollstuhlgerechte Plätze und Begleitplätze im Saalplan gekennzeichnet sein müssen. Doch Saalpläne können noch viel mehr leisten. Symbole für breitere Sitze, freie Sichtlinien für Gebärdensprachdolmetscher:innen oder Plätze mit wenig Treppenstufen wären wertvolle Ergänzungen. Auch die genaue Lage von Treppen und Türen ist für Besucher:innen mit verschiedensten Bedürfnissen hilfreich.

Symbol für wenige Stufen bei der Melbourne Theatre Company

Die Melbourne Theatre Company (MTC) erkannte, dass Besucher:innen Unterstützung brauchen, die zwar Treppen bewältigen können, aber möglichst einfachen Zugang zu ihren Plätzen bevorzugen. Der bestehende Saalplan zeigte zwar bereits Treppen und Türen, aber die Frage, welche Plätze am leichtesten erreichbar sind, blieb oft offen.

Mit SeatCurve, unserem in Tessitura integrierten Sitzplatzwahl-Produkt, entwickelten wir ein eigenes Symbol – ein Kreis mit flacher Basis –, das Plätze mit „wenigen Stufen” kennzeichnet. Dieses dezente, aber wirkungsvolle Icon hilft Besucher:innen, zugängliche Sitzoptionen zu finden, die nicht rollstuhlspezifisch sind. Das Ergebnis: ein deutlich reibungsloseres Buchungserlebnis für Menschen mit unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnissen.

Melbourne Theatre Company seat map
Der Saalplan der Melbourne Theatre Company enthält ein neues Symbol, das Plätze kennzeichnet, die mit nur wenigen Treppenstufen erreichbar sind.

Sprachliche Barrierefreiheit

In vielfältigen Gemeinschaften ist es ein zentrales Element digitaler Barrierefreiheit, Besucher:innen in ihrer bevorzugten Sprache anzusprechen. Von der Startseite bis zur Bestellbestätigung sorgt ein durchgängig mehrsprachiges Erlebnis dafür, dass sich alle willkommen und respektiert fühlen.

Vollständige Übersetzung beim National Arts Centre of Canada

Das National Arts Centre of Canada (NAC) ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie mehrsprachige Barrierefreiheit gelingt. Für anglophones und frankophones Publikum in Ottawa gleichermaßen – die Implementierung von BlocksOffice, unserer in Tessitura integrierten Ticketing-Plattform, berücksichtigt die Sprachpräferenz der Nutzenden auf jedem einzelnen Screen.

NAC-Besucher:innen können ihre bevorzugte Sprache auf jeder Seite über die globale Navigation auswählen und sich nahtlos durch alle Bereiche der Website bewegen – selbst die transaktionalen E-Mails (Passwort zurücksetzen, Bestellbestätigung usw.) respektieren die auf der Website gewählte Sprache.