Wo immer möglich, setzt Made auf Open-Source-Plattformen und offene Standards für Entwicklung und Betrieb.

Das heißt nicht, dass proprietäre Technologie keinen Platz hat. Manchmal verwässert Zusammenarbeit eine klare Produktvision – das hat Apple wohl am eindrücklichsten bewiesen. Software für abgeschlossene, kommerzielle Märkte wie den Kartenverkauf ist mit proprietärer Technologie oft besser bedient. Aber wenn es um die Leitungen des Internets geht, hat Open Source die Debatte unserer Meinung nach schon vor einer Weile gewonnen.

Mit Open-Source-Entwicklungs-Stacks ist die Einstiegshürde für ein erstes Ausprobieren niedrig

Rein budgettechnisch betrachtet liegt der offensichtlichste Unterschied im Preis. Den proprietären Preis herauszufinden kann einiges an Recherche erfordern – und er ist oft atemberaubend im Vergleich zum Open-Source-Äquivalent für 0 €. Aber sich allein auf diese Zahl zu fixieren ist naiv. Open Source ist nicht immer so benutzerfreundlich, und die Gesamtbetriebskosten – Installation und Wartung eingeschlossen – müssen mitgedacht werden.

Der eigentliche Vorteil von Open Source: Du kannst Teil der Entwicklungsdiskussion sein. Vielleicht bringst du ein Must-have-Feature auf einen Product Backlog. Oder du kämpfst um drei Uhr morgens in einem Slack-Channel darum, Paketverluste in einem Netzwerk irgendwo zu beheben. IT-Abteilungen mögen den Seelenfrieden eines Enterprise-Supportvertrags vorziehen – aber das ist im Grunde nur eine Versicherung. Open-Source-Communities sind reaktionsschneller und kreativer. Lebendige Open-Source-Communities wollen das Internet für Nutzer:innen und Entwickler:innen besser machen.

Open source illustration

Wer mit Open-Source-Entwicklungs-Stacks arbeitet, kann einfach loslegen – ohne Kreditkartendaten, ohne Kosten-Nutzen-Analyse, ohne Unternehmensanfrage-Formular. GitHub ist das Standard-Medium, um einzutauchen. Das ermutigt Entwickler:innen, verschiedene Optionen für die Probleme des Tages abzuwägen. Wer an einen proprietären Stack gebunden ist, schaut für jedes Problem zum gleichen Anbieter. Wenn man nur einen Hammer hat, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus. Man verliert den Anschluss an Entwicklungs- und Architekturmuster der Breitengemeinschaft. Eine Art anbieterzentriertes Stockholm-Syndrom setzt ein.

Skalierungsfragen stehen im Mittelpunkt der Open-Source-Projekte, die die Internet-Infrastruktur antreiben

Ein weiterer zentraler Vorteil von Open Source – und einer, der unseren Kund:innen näher am Herzen liegt – ist die Skalierbarkeit. Das liegt daran, dass Skalierungsfragen im Mittelpunkt der Open-Source-Projekte stehen, die die Internet-Infrastruktur antreiben. IIS ist ein solider Webserver, .Net ein solides Software-Framework – aber Microsofts Zielmarkt sind die IT-Abteilungen großer Unternehmen. Die Standardeinstellungen sind auf Corporate-Intranets ausgelegt: gleichmäßiger, mittlerer Traffic. Die Websites unserer Kund:innen sind dagegen durch moderaten Traffic mit plötzlichen Extremspitzen gekennzeichnet – ohne Vorwarnzeit. Eine schnelle Google-Suche liefert kaum zugängliches Wissen zur Skalierung des Microsoft-Stacks, weil das für die meisten Entwickler:innen dort kein Problem ist. Nicht weil der Stack nicht skalieren kann – sondern weil es kulturell einfach nicht verankert ist.

Proprietäre Betriebssysteme lassen sich zwar auf Amazon Web Services betreiben, aber das schwimmt gegen den Strom: Denn die gemeinsame Sprache der Cloud-Technologien sind die Open-Source-Stacks. Mit einer Variante des bewährten LAMP-Stacks lassen sich die AWS-Muster deutlich leichter übernehmen.

Unter seiner neuen Führung wird Microsoft zunehmend entwicklerfreundlicher und hat nach und nach einige Praktiken aus der Open-Source-Welt übernommen. Gleichzeitig hat die verstärkte Nutzung von Software as a Service und Microservice-Architekturen dazu geführt, dass die OS-Community ihren Eifer für GPL-Lizenzierung flächendeckend etwas gedämpft hat. Das Bild ist also im Wandel. „Offenheit” könnte zunehmend bedeuten, APIs zu dokumentieren und zu veröffentlichen – statt Quellcode zu verteilen. So oder so: Wir setzen lieber auf offene Technologie.

Weiterführende Lektüre

  • CentOS – ein community-getriebenes Free-Software-Projekt für ein robustes Open-Source-Ökosystem.
  • Nginx – für performante, zuverlässige und skalierbare Auslieferung von Websites und Apps.
  • SilverStripe – das intuitive CMS und flexible Framework, das Redakteur:innen und Entwickler:innen gleichermaßen schätzen.
  • Varnish – ein Web-Application-Accelerator, auch bekannt als Caching-HTTP-Reverse-Proxy.
  • Symfony – das Standardfundament der besten PHP-Anwendungen.
  • AngularJS – ein Open-Source-Frontend-Framework für Webanwendungen.
  • React – eine JavaScript-Bibliothek für Benutzeroberflächen.

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